Jan Exner Team GmbH
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Hypnose und Trance

Gepostet von am Mai 2, 2011 in Blog, Coaching, Education | 2 Kommentare

Hypnose und Trance

Hypnose und Trance

von Thilo Gottstein.

Hypnose – abgeleitet aus dem altgriechischen Wort Hypnos, das so viel bedeutet wie Schlaf – ist ein Wort, dass oft heftige Stellungnahmen hervorruft. Ist es ein reiner Schwindel und nur eine Methode um Mitmenschen zu Marionetten zu machen oder ein Allheilmittel gegen die verschiedensten Krankheiten?

Hypnose und Trance-Erfahrungen sind seit Jahrhunderten ein bekanntes und immer wieder auftretendes Phänomen, das meistens von dem Mythos der Magie oder des Unerklärlichen begleitet wird. Kultische Handlungen oder Schamanismus (Tanz in die Trance oder das Liegen auf einem Nagelbrett) seien hier nur genannt.

Trancen können allerdings auch im Alltag stattfinden. Kinder, die wie gebannt auf den Fernseher schauen und nichts mehr aus ihrer Umwelt wahrnehmen, längeres Autofahren auf der Autobahn oder ein langer Blick in ein Lagerfeuer können uns in tranceähnliche Zustände bringen. Selbstverständlich sind diese Trancen nicht sehr tief, aber sie sind die erste Ebene um tiefer einzusteigen.

Trance und Hypnose in der Medizin

Aber auch in der Medizin hat die Hypnose Einzug gefunden und dient hier als Hilfsmittel bei Operationen, Depressionen und sogar bei zahnärztlichen Behandlungen. In einem Artikel des Spiegels wird beschrieben, wie in der Medizin Hypnose eingesetzt wird und welche beachtlichen positiven Auswirkungen sie auf den Heilungsprozess der Patienten hat.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Patienten, die sich für eine Hypnose entschieden hatten, weniger Angst empfanden, weniger Schmerzmittel benötigten, weniger Komplikationen erlitten und schneller wieder fit waren. Das spart pro Eingriff oft mehrere Hundert Euro, wie Studien zeigen. Dieses Ergebnis deckt sich auch mit dem Interview, dass Rick Turner (Gastgeber von Health Talk) mit dem Psychologen und medizinische Direktor am Stanford Center for Integrative Medicine, Dr. David Spiegel, führte. Er beschreibt Hypnose wie folgt:

„Hypnosis is a state of highly focused attention with a suspension of peripheral awareness. It’s something like looking through a telephoto lens of a camera. What you see, you see in great detail, but you are less aware of the context. That state of highly focused attention can be used for many therapeutic purposes, and that’s the case in which hypnosis is used in the service of some kind of psychotherapy.”

“Hypnose ist ein Zustand der hoch konzentrierten Aufmerksamkeit mit der Aussetzung der nebensächlichen Wahrnehmung. Es ist wie ein Blick durch ein Fernobjektiv einer Kamera. Was man sieht, sieht man in großem Detail, aber man ist sich weniger über den Zusammenhang bewusst. Der Zustand der hoch konzentrierten Aufmerksamkeit kann für viele therapeutische Ziele verwendet werden und in dem Fall steht Hypnose im Dienste einer Art Psychotherapie.“

Trance und Hypnose in der Persönlichkeitsarbeit

In der Persönlichkeits – und Veränderungsarbeit ist Milton Erickson, mit dem von ihm entwickelten Milton-Modell, der Vorreiter auf diesem Gebiet und galt lange als der Meister der Hypnose. Der Amerikaner, der Anfang des 20. Jahrhunderts geboren wurde, litt ab seinem 18. Lebensjahr an Kinderlähmung und war vollkommen bewegungsunfähig. Durch halluzinative Vorstellungen und Trancen schaffte er es letztendlich, sich wieder zu bewegen. Nach einem Jahr konnte er bereits auf Krücken gehen und nach einem weiteren Jahr blieb lediglich ein Hinken übrig.

Eine der wesentlichen Vorannahmen von Milton Erickson war, dass das Unbewusste ein Quell ist, aus dem sich der Lebensprozess eines jeden Menschen speist. Sein Ansatz hat zum Ziel, die durch starre Schemata und Denkmuster begrenzte Fähigkeit des Bewusstseins zu erweitern, indem der Hypnotiseur durch spezielle verbale und non-verbale Techniken es dem Unbewussten ermöglicht, die führende Rolle einzunehmen. Gleichzeitig wird es dem Bewusstsein ermöglicht, die unbewussten Selbstheilungskräfte und kreativen Ressourcen zu akzeptieren und zu integrieren. Aus diesem Grund war es Erickson in seiner Arbeit wichtig, stets ein freundschaftliches und kooperatives Verhältnis zum Unbewussten des anderen aufzubauen um die gewünschten Veränderungen vorzunehmen.

So eignet sich eine Trance zum Beispiel bei Sportlern, um ein gewünschtes Resultat zu erreichen. Durch gezieltes Visualisieren und Vorstellen können so Bestleistungen erreicht werden. Was beim Sport gilt, kann natürlich auch in jeder anderen Lebenslage hilfreich sein. Ein schwieriges Gespräch mit dem Vorgesetzten, eine unausweichliche Auseinandersetzung mit dem Partner oder auch ein Meeting beim Kunden lassen sich durch eine Trance beispielhaft vorstellen. In einer Zieletrance hat man dann die Möglichkeit, sich durch die Unterstützung eines Coachs, in mehrere positive Gefühlszustände und Ressourcen zu assoziieren und diese in die bevorstehende Situation mit einzubauen. Da diese Gefühlszustände im Unterbewusstsein gespeichert werden, sind sie dann in der entsprechenden Situation präsent, ohne dass man bewusst etwas tut.

Und wie kommt eine Trance nun Zustande?

Zunächst muss man wissen, dass eine Trance ein Zustand während einer Hypnose ist. Um eine Hypnose durchzuführen benötigt man in der Regel drei Schritte:

  1. Die Induktion, in der der Probant oder Klient durch Sprachmuster und eine entspannende Tonalität des Hypnotiseurs in eine Trance hineingeführt wird.
  2. Wenn sich der Klient in der Trance befindet, kann der Hypnotiseur durch verbale Anweisungen, sogenannte Suggestionen, auf das Unterbewusstsein einwirken und mit ihm kommunizieren. Wie im vorherigen Absatz beschrieben ist es hier möglich, im Rahmen der Veränderungsarbeit, Blockaden zu lösen und folglich dem Klienten neue Verhaltensweisen zu ermöglichen. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass in einer leichten und mittleren Trance, wie sie hier beschrieben wird, keine Suggestionen von dem Bewusstsein und Unterbewusstsein angenommen werden, die dem Klienten nicht entsprechen oder zuwider sind.
  3. Wenn die gewünschte Veränderungsarbeit oder Zielsetzung erfolgt ist, wird der Klient durch eine Exduktion wieder aus der Trance geführt. Dies geschieht ebenfalls durch spezielle Sprachmuster sowie die Veränderung der Tonalität

Abschließend lässt sich sagen, dass Hypnose und Trance durchaus positive Auswirkungen auf das Leben und die Lebensqualität jedes einzelnen haben kann. In der Persönlichkeitsentwicklung zum Beispiel, reicht schon ein leichter Trancezustand aus, um sich wirksam und nachhaltig ein neues, gewünschtes Verhalten anzueignen oder sich auf ein Ziel auszurichten.

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2 Kommentare

  1. Das ist doch mal ein fundierter Themenartikel!

  2. In meiner Tätigkeit als Heilpraktiker/Psychotherapie konnte ich feststellen, dass die Arbeit mit Hypnose den Klienten dort neue Möglichkeiten eröffneten, wo an dere Methoden z.B. die gesprächstherapeutische Vorgehensweise an eine Grenze kamen.

    Um gewünschte Veränderungen auch im Unterbewusstsein zu verankern, bietet die Hypnose im therapeutische Bereich große Möglichkeiten der Vorgehensweise. Für jeden therapeutisch Tätigen halte eine Weiterbildung in Hypnosetechniken daher für sehr empfehlenswert.

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